Die richtige Vorbereitung von Fugen vor der Neuversiegelung

Ein gepflegtes Badezimmer oder eine moderne Küche zeichnen sich nicht nur durch hochwertige Armaturen aus, sondern vor allem durch die Details. Eines dieser entscheidenden Details sind die Fugen. Doch im Laufe der Zeit werden Silikonfugen spröde, verfärben sich gelblich oder – im schlimmsten Fall – bilden Schimmel. Wenn es so weit ist, hilft nur eine Neuversiegelung.

Doch Vorsicht: Der Erfolg einer neuen Fuge entscheidet sich nicht beim Auftragen des Silikons, sondern bei der Vorbereitung des Untergrunds. In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie Fugen professionell vorbereiten.

Warum ist die Vorbereitung so wichtig?

Viele Heimwerker begehen den Fehler, neues Silikon einfach über altes Material zu schmieren. Das Ergebnis ist meist fatal:

  • Mangelnde Haftung: Neues Silikon verbindet sich nicht mit altem. Die Fuge wird sofort undicht.
  • Schimmelgefahr: Unter der neuen Schicht eingeschlossene Sporen breiten sich unsichtbar aus.
  • Optische Mängel: Die Fuge wird ungleichmäßig und wirkt unsauber.

Eine fachgerechte Vorbereitung sorgt dafür, dass die neue Versiegelung wasserdicht, langlebig und ästhetisch ansprechend bleibt.

Schritt 1: Das richtige Werkzeug und Material

Bevor Sie beginnen, sollten Sie alles parat haben. Für eine professionelle Fugensanierung benötigen Sie:

Kategorie Werkzeuge / Materialien
Entfernung Fugenkratzer, Cuttermesser, Silikonentferner-Gel
Reinigung Technischer Alkohol (Isopropanol), Reinigungsvlies, Staubsauger
Schutz Malerkrepp (optional), Handschuhe
Neuaufbau Hochwertiges Silikon (z.B. von Isolbau), Glättmittel, Fugenglätter

Schritt 2: Altes Fugenmaterial restlos entfernen

Der schwierigste Teil ist die mechanische Entfernung. Nutzen Sie ein scharfes Cuttermesser oder einen speziellen Fugenhaken, um das alte Silikon vorsichtig herauszuschneiden.

Wichtig: Achten Sie darauf, die Flankenkanten der Fliesen oder die Oberfläche der Badewanne/Dusche nicht zu zerkratzen. Führen Sie das Messer immer parallel zur Oberfläche.

Nach der mechanischen Grobreinigung bleiben oft feine Silikonreste zurück. Hier kommt der chemische Silikonentferner zum Einsatz. Tragen Sie das Gel großzügig auf und lassen Sie es gemäß Herstellerangaben einwirken (meist 30–60 Minuten). Danach lassen sich die Reste einfach mit einem Spachtel abwischen.

Schritt 3: Tiefenreinigung und Entfettung

Nachdem das Silikon weg ist, muss die Fuge absolut fett- und staubfrei sein. Rückstände von Seife, Badeöl oder Reinigungsmitteln wirken wie eine Trennschicht.

  1. Absaugen: Entfernen Sie alle losen Partikel aus der Fuge.
  2. Entfetten: Wischen Sie die Fugenflanken mit Isopropanol oder einem speziellen Haftreiniger ab. Verzichten Sie auf herkömmliche Haushaltsreiniger, da diese oft rückfettende Substanzen enthalten.
  3. Trocknung: Die Fuge muss komplett trocken sein. Feuchtigkeit in der Fuge führt zu Haftungsproblemen und späterer Blasenbildung.

Schritt 4: Schimmelbehandlung (falls nötig)

Sollten Sie nach dem Entfernen der Fuge schwarze Punkte auf dem Untergrund sehen, handelt es sich um Schimmel. Dieser muss zwingend mit einem chlorhaltigen Schimmelspray behandelt werden. Lassen Sie das Mittel gut einwirken und neutralisieren Sie die Stelle anschließend mit klarem Wasser (danach wieder gut trocknen lassen!).

Schritt 5: Die Dreiflankenhaftung vermeiden

Ein technischer Aspekt, den viele Profis beachten: Die Hinterfüllschnur. Silikonfugen sollten nur an zwei Seiten (den Flanken) haften. Haftet das Silikon auch am Grund der Fuge (Dreiflankenhaftung), reißt es bei Bewegungen schneller ein. Bei tiefen Fugen empfiehlt es sich daher, eine PE-Rundschnur einzulegen.

Schritt 6: Abkleben für perfekte Kanten (für Anfänger)

Wenn Sie kein geübter Profi sind, hilft Malerkrepp. Kleben Sie die Ränder ober- und unterhalb der Fuge ab. Dies garantiert eine saubere Linie und verhindert, dass überschüssiges Silikon auf die Fliesen gelangt.

Tipps für die Wahl des richtigen Dichtstoffs

Nicht jedes Silikon ist gleich. Für den Sanitärbereich sollten Sie immer auf acetatvernetzendes Sanitärsilikon setzen, das pilzhemmend (fungizid) eingestellt ist. Im Außenbereich oder bei Naturstein (wie Marmor) müssen spezielle Produkte verwendet werden, um Verfärbungen zu vermeiden. Isolbau bietet hier eine breite Palette an Profi-Dichtstoffen, die genau auf diese Anforderungen abgestimmt sind.

Fazit: Geduld zahlt sich aus

Die Vorbereitung der Fuge macht etwa 70 % der Arbeit aus, aber sie ist die Basis für ein perfektes Ergebnis. Wer hier gründlich arbeitet, spart sich in den nächsten Jahren viel Ärger und unnötige Kosten für erneute Reparaturen.

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