Jeder Heimwerker kennt die Situation: Im Baumarktregal steht eine Tube Silikon für 3,00 €, daneben ein Profi-Produkt für 10,00 € oder mehr. Optisch sind sie kaum zu unterscheiden, doch der Preisunterschied ist gewaltig. Viele stellen sich die Frage: „Zahle ich hier nur für den Markennamen?“
Die Antwort lautet klippan: Nein. Bei Dichtstoffen entscheiden die inneren Werte über Erfolg oder Misserfolg Ihres Projekts. Während billige Baumarktware oft nach wenigen Monaten reißt, vergilbt oder schimmelt, bietet Profi-Silikon von Marken wie Isolbau eine Haltbarkeit, die über Jahrzehnte hinweg Bestand hat.
1. Der entscheidende Faktor: Der Füllstoffgehalt vs. Reinheitsgrad
Der größte Unterschied liegt in der chemischen Zusammensetzung. Hochwertiges Profi-Silikon ist oft ein „reines“ Silikon.
- Billigware: Um den Preis zu drücken, mischen Hersteller dem Silikon billige Streckmittel (meist Öle oder Kalkfüllstoffe) bei. Diese machen die Masse anfangs geschmeidig, verflüchtigen sich aber mit der Zeit.
- Die Folge: Das Silikon „schrumpft“. Es entstehen feine Risse an den Flanken (Flankenabriss), durch die Wasser eindringen kann.
- Profi-Qualität: Profi-Silikon hat einen extrem niedrigen Schrumpfungsgrad. Was Sie in die Fuge spritzen, bleibt dort auch nach der Aushärtung in fast demselben Volumen erhalten.
2. Dehnfähigkeit und Rückstellvermögen
Silikonfugen sind „Wartungsfugen“, weil sie Bewegungen zwischen Bauteilen ausgleichen müssen (z. B. zwischen Badewanne und Fliesenwand).
- Billig-Silikon: Es ist oft spröde. Sobald sich das Gebäude minimal bewegt oder das Material arbeitet, reißt die Fuge.
- Profi-Silikon: Es besitzt eine hohe Dauerelastizität. Ein hochwertiges Sanitärsilikon kann oft bis zu 25 % seiner Breite gedehnt werden, ohne zu reißen, und kehrt danach in seine Ursprungsform zurück (Rückstellvermögen).
3. Schimmelresistenz und Fungizide
In Feuchträumen ist Schimmel der größte Feind. Billigprodukte enthalten oft nur eine geringe Menge an minderwertigen Fungiziden, die schnell ausgewaschen werden.
- Profi-Produkte: Sie nutzen hochwertige, depotartig wirkende Biozide. Diese schützen die Fuge über Jahre hinweg vor schwarzem Schimmel. Zudem ist die Oberfläche von Profi-Silikon glatter, sodass Seifenreste und Schmutz – der Nährboden für Pilze – schlechter haften bleiben.
4. Haftspektrum und Untergründe
Ein Profi-Silikon erkennt man daran, wie gut es auf verschiedenen Materialien haftet.
| Eigenschaft | Billig-Silikon | Profi-Silikon (z.B. Isolbau) |
| Haftung | Oft nur auf Glas/Keramik gut | Exzellent auf Acryl, Metall, Holz, Stein |
| Vergilbung | Neigt schnell zu Gelbstich (UV-Instabilität) | Extrem UV-beständig und farbecht |
| Geruch | Stark stechender Essiggeruch (billige Vernetzer) | Geruchsarm (hochwertige Oxim- oder Alkoxy-Systeme) |
5. Verarbeitung: Zeitersparnis für den Anwender
Fragen Sie einen Fliesenleger, warum er Profi-Ware nutzt, wird er sagen: „Es lässt sich besser abziehen.“
Billig-Silikon ist oft entweder zu flüssig (es läuft aus der Fuge) oder zu zäh (es bilden sich Schlieren beim Glätten). Hochwertiges Silikon hat eine optimale Standfestigkeit und lässt sich mit Glättmittel perfekt modellieren, was für die Optik im Badezimmer entscheidend ist.
6. Spezialisierung statt „Alles-Könner“
Billigmarken werben oft mit „Universal-Silikon“. In der Profi-Welt gibt es für jedes Problem eine Lösung:
- Sanitärsilikon: Extra hoher Schimmelschutz.
- Natursteinsilikon: Verhindert die gefürchtete Randzonenverschmutzung (Ölflecken) bei Marmor oder Granit.
- Hochtemperatursilikon: Für Kamine oder Motoren.
- Neutral vernetzendes Silikon: Für empfindliche Metalle oder Spiegel, die durch Essigsäure korrodieren würden.
Fazit: Wer billig kauft, kauft zweimal
Die Kosten für das Silikon machen bei einer Badsanierung weniger als 1 % des Gesamtbudgets aus. Wenn die Fuge jedoch nach zwei Jahren reißt und ein Wasserschaden hinter der Wand entsteht, gehen die Kosten in die Tausende.
Woran erkennen Sie also beim Kauf das Profi-Produkt?
- Technisches Datenblatt: Achten Sie auf Angaben zum Volumenschrumpf (< 5-10 %) und zur zulässigen Gesamtverformung (25 %).
- Zertifizierungen: Achten Sie auf CE-Kennzeichnungen und Emicode-Siegel (EC1 Plus für Emissionsarmut).
- Der Preis: Ein Silikon unter 5-6 Euro pro Kartusche kann chemisch gesehen kaum ein hochwertiges Reinsilikon sein.